Wir dachten, du bist mit dem Dreh für Cosmopolis fertig?
Ja, aber ich lasse das Haar so (lacht).
Warum trägst du deine Haare im Film so?
Ich kann es nicht erklären. Es ist eine so sonderbare Geschichte. Glücklicherweise werden es die Leute interessant finden.
Du hast die letzten beiden Filme zur gleichen Zeit wie "Harry Potter" gefilmt und auch diese wurde in zwei Teile gesplittet, was denkst über die Dreharbeiten zu dem Film und darüber, ein wichtiges Kapitel in deinem Leben abzuschließen?
Ich weiß es nicht, weil ich nie aufgehört habe neben "Twilight" auch noch andere Filme zu machen. Ich möchte mir die Vorstellung erhalten, die ganze Zeit beschäftigt zu sein. Das ("Twilight"-Saga) ist nicht die einzige Sache, die ich in dieser ganzen Zeit gemacht habe, und jetzt ist es vorüber. Diese Filme waren hauptsächlich Arbeit für mich. In jedem Film einen anderen Regisseur zu haben, hat geholfen, weil ich mich einer anderen Arbeitweise anpassen musste.
Wurde es im Laufe der Zeit einfacher Edward zu spielen?
In gewisser Weise war es schon schwieriger, allein wegen der Art des Charakters, der ein Vampir ist. Das schränkt dich ein, in dem was du tun kannst. Du kannst nicht schlafen, kannst nicht essen, jeder Tag ist lang. Du lebst 100 Jahre und du kannst keine Beziehung zu Menschen haben, du kannst weder Trieb noch Verlangen haben.Die Gefahr ist, dass du dich nach einer Weile wiederholst, wenn du den gleichen Charakter in fünf Filmen spielst. Du musst immer wieder neue Dinge zur Sprache bringen, die du hinzufügen kannst. Das Tolle ist, dass Bill Condon jedes mal wenn ich eine Szene machte, und er das Gefühl hatte, ich wiederholte mich, er mir vorschlug, es zu ändern und etwas anderes zu versuchen. Es war nicht beängstigend, auch wenn wir etwas machen mussten, das es nicht im Buch gab.
(INT) Jeder spricht über die Sex Szenen ...
Das Buch ist ein großartiges Beispiel dafür, wie man etwas zensiert und es gleichzeitig doch erotisch behält. Es spielt mit der Fantasie der Menschen. Die Sexszenen existieren nur in den Köpfen der Fans. Aber in gewisser Weise ist es schwer, denn wenn du die Szene drehst, musst du die Dinge zeigen, und kannst nicht einfach wegblenden oder die Leute würden durchdrehen. Es ist merkwürdig etwas zu drehen, worauf die Menschen seit so langer Zeit warten, wohlwissend ihrer Erwartungen. Ich hoffe wir konnten dem gerecht werden.
Dein und Kristens Charakter teilten so viel romantische Zeit während der Dreharbeiten, vor allem am letzte Drehtag.
Der letzte Drehtag in Saint Thomas war großartig. Dort waren nur Kristen und ich. Das einzige Mal, dass wir die Möglichkeit hatten, bei schönem Wetter zu drehen. Es war buchstäblich der letzte Drehtag und wir drehten eine Szene, in der wir uns im Meer küssten, die ganze Nacht. Also, es war kein schlechter Weg, um Abschied zu nehmen. Dann blieben alle, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Es war wunderschön.
Kannst du uns etwas über Kristen verraten?
Das Einzige, was sie gerne im Fernsehen anschaut, ist der Koch-Kanal, insbesondere wenn sie am Set ist. Ihr Fernseher läuft in ihrem Make-up-Trailer die ganze Zeit. Das ist ihr einziges Diven-Verhalten (lacht), der Koch-Kanal muss immer eingeschaltet sein, jederzeit, überall.
Hast du eine Lieblingsszene in diesem Film?
Die Geburtsszene ist so anders, als der Rest der Saga. Sie ist ziemlich hardcore und blutrünstig, jedenfalls als wir es filmten. Aber es gab keine Möglichkeit sie abzuschwächen, so wie sie im Buch beschrieben ist. Das war mutig.
Wie war es einen Vater zu spielen? War es schwer?
Zuerst nicht. Du hältst ein Baby, was nicht einfach ist, aber niemand weiß am Anfang, wie man ein Vater ist. Du kannst dich nicht darauf vorbereiten. Es war seltsam, als Mackenzie Foy meine Tochter spielen musste, weil du beginnst zu denken: „Meine Tochter ist jetzt 11. Es ist gerade mal 2 Monate her, dass sie geboren wurde und nun kann sie sprechen.“ Es war kompliziert zu spielen. Aber es ist ein Fantasy-Film, also musst du daran glauben.
Soweit ich weiß, hattest du beim Filmen der Szenen mit Machenzie eine schöne Zeit...
Eine großen Teil des Filmens hatten wir ein ferngesteuertes Baby. Es war für die Szene, in der Bella sie zum ersten Mal sieht. Es war wie Chucky (lacht), Chucky Renesmee (lacht lauter).
(A.d.R. >>> "Chucky - Die Mörderpuppe")
Aber ihr habt auch mit richtigen Babys gefilmt, oder?
Ja, und ich mochte es. Ich mag Babys und das Filmen mit ihnen. Es ist besonders lustig, weil du versuchst eine Person (darzustellen), die die meiste Zeit wie eine Statue wirkt. Aber wenn da ein Baby ist, kann niemand derart hart bleiben, du kannst deine Gefühle nicht zurückhalten, und das ist es, was Edward die meiste Zeit über macht. Ein Baby zu haben, macht dich menschlicher. Wenn du mit kleinen Kindern arbeitest, machen die immer was sie wollen, du musst also improvisieren, was toll ist.
Du sagtest, dieses Mal warst du nervös, dein Shirt auszuziehen.
Als ich „New Moon“ drehte, sagte irgendeiner im Studio, dass ich ein Six-Pack brauche und trainieren müsse. Ich müsse wie ein Vampir aussehen, es wäre Teil des Charakters. Sobald sie mir sagten, dass ich ein Six-Pack bräuchte, habe ich aufgehört zu trainieren und habe das für den Rest der Serie auch nicht wieder gemacht. Sie realisierten, dass sie mir besser nichts hätten sagen sollen. In diesem letzten Film verbrachte ich 6 Wochen in Baton Rouge, in denen ich nichts zu tun hatte, also fing ich an zu Laufen. Und dann fing ich an ins Fitnessstudio zu gehen und wurde davon besessen. Ich rannte 14 -16 km jeden Tag. Ich fuhr sogar Rad. So lange bis es mir langweilig wurde. Und außerdem, wenn du filmst und zum Fitnessstudio gehen willst, musst du es um 4 Uhr in der Früh machen. Das ist es einfach nicht wert (lacht auf eine sehr ansteckenden Art und Weise).
Du sagst, dass es das nicht wert ist, wir sind es aber gewohnt, dass junge Berühmtheiten Opfer bringen, um Erfolg zu haben. Taylor Lautner musste es machen, um die Rolle des Jacob zu behalten. Wie schützt du dich vor all dem?
Ein Schauspieler zu sein und ein Filmstar zu sein, sind zwei verschiedene Dinge. Wenn du so wie ich (im Showbusiness) unterwegs bist und die Hauptrolle bekommst, musst du eine gewisse Persönlichkeit haben oder zumindest so tun, als ob du eine hättest. Und es ist kompliziert dies zu tun. Vor „Twilight“, als noch niemand meine Filme sah (mit Ausnahme von „Harry Potter“), habe ich mich in der Tat so gefühlt, als ob ich ein Schauspieler wäre, der unterschiedliche Rollen spielt, ohne darüber nachdenken zu müssen, wie sie meine gesamte Karriere unmittelbar beeinflussen. Die Leute sehen deinen Charakter einfach so wie er ist. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass die Leute glauben, sie wüssten Dinge über mich, sie denken, dass sie mich kennen. Und ich werde unter diesen Bedingungen beurteilt. Als Schauspieler ist das Beste was du tun kannst, dass niemand irgendetwas über dein Privatleben weiß. Aber das ist beinahe unmöglich, weil sich eine ganze Industrie dem widmet, Dinge über dich herauszufinden. Und wenn sie nichts über dich finden können, dann erfinden sie etwas.
Du sagst, dass man eine bestimmte Persönlichkeit braucht um Schauspieler zu sein. Hast du sie?
Ich weiß nicht. Es ist seltsam, weil du Leute kennen lernst, die immer berühmt sein wollten. Sie müssen diese Befriedigung fühlen, Leute zu haben, die von ihnen besessen sind. Und wenn sie schließlich berühmt sind, fühlen sie sich beurteilt. Sie gehen in einen Raum und wenn sie jeder anschaut, sagen sie „Ich habe es gewusst, eines Tages werden die Leute mich so ansehen“. Aber wenn das zufällig passiert, wenn du ein normaler Mensch bist, der einen Raum betritt und jeder schaut dich an, kommst du dir vor wie ein Tier (im Zoo). Das passiert mir jedenfalls. (lacht) Aber man muss damit umgehen, denn das Einzige, was ich mir von dem Ganzen wünsche, ist die Chance zu bekommen weitere Filme zu drehen und dass sich, wenn ich Glück habe, jemand an mich erinnert. Also musst du die Umstände, die dazu gehören, akzeptieren, auch wenn du sie hasst.
Denkst du, dass es mit diesem Ruhm, den du hast, und deiner Beziehung zu „Twilight“ schwerer sein wird, die Art von Arbeit zu bekommen, die du wirklich am meisten magst?
Natürlich. Vor „Twilight“ habe ich für so viele Dinge vorgesprochen und ich war immer bei den ersten Dreien. Sie gaben (aber) die Rolle jemandem, der bereits berühmter war als ich, und ich habe immer gedacht wie unfair das war, also glaubte ich, der einzige Weg wäre noch berühmter zu werden. Aber wenn man sehr berühmt ist, bekommt man haufenweise schlechtes Zeug (Rollen) angeboten, in Filmen, in denen sie sich noch nicht mal über die Besetzung Gedanken machen. Und wenn man noch nicht viel Arbeit (Filme) gemacht hat, schauen die Regisseure dich wie einen Unbekannten an und dein Name ist nicht mit einem Stigma belegt. Es ist zuweilen schwerer manche Rollen zu bekommen. Es ist verrückt.
Also haben sich Türen für dich verschlossen...?
Wenn man vollkommen unbekannt ist, hat man mehr Chancen. Nach „Twilight“ sind die Dinge vollkommen anders, in Abhängigkeit davon, wo das Geld herkommt. Wenn (bei einem Film-Projekt) kein Star dabei ist, gibt es keine Möglichkeit den Film zu verkaufen, was dich dazu zwingt einen guten Film zu machen. Aber wenn (du) nicht (unbekannt bist), ist es wie „Da er (Rob) dabei ist, müssen wir die Teenager dafür interessiert bekommen“, also ändern sie die Story und es endet damit, dass du diese Last trägst. Ein guter Regisseur wird es bevorzugen, sich nicht mit diesem Kram herumzuschlagen. Aber es ist wahr, wenn man die perfekte Rolle findet, dann wird sich alles zusammen finden. Aber es gibt weniger Möglichkeiten. Jetzt, da ich ein sehr spezielles Image habe, ist es schwer Rollen zu finden, die dazu passen.
Das hat dich (aber) nicht daran gehindert (die Rolle in) „Cosmopolis“ zu bekommen?
Es war erstaunlich. Ich ließ meine Spirale aus Paranoia außer Kontrolle geraten und ich dachte, dass all die guten Regisseure nichts mehr mit mir machen wollen. Und Cronenberg hat dieses Angebot direkt an mich gerichtet. Ich bin ihm vorher nicht einmal begegnet. ... Ich hatte während der Dreharbeiten eine großartige Zeit, und sagte immer wieder "Bin ich gut genug? Ich weiß nicht, was ich tue", und er sagte:" Warum denkst du so? Du bist ein Schauspieler", und der einzige Grund, warum es mir passierte ist, weil ich diese Art von Berühmtheit geworden bin, und ich mir Sorgen darüber mache, dass die Leute mich nicht ernst nehmen.Was hat Cronenberg in dir gesehen, dass ihn entscheiden ließ, dich zu besetzen?
Nichts. Nur Interviews. Und er sah „Remember Me“. Aber dieser Charakter ist nicht zu vergleichen mit dem, was ich jemals zuvor getan habe. Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, dachte ich, den Charakter nicht spielen zu können. Ich liebte das Drehbuch, aber ich hatte Angst. Ich sagte, ich würde ihn in einer Woche anrufen, um herauszufinden, ob ich die Rolle wollte oder nicht. Ich verbrachte eine ganze Woche damit darüber nachzudenken, wie ich absage. Das einzige, was ich dachte, war "Schau mal, ich kann das nicht, weil ich ein Feigling bin und nicht weiß, wie man es spielt (lacht wirklich laut).“ Also sagte ich zu, und sagte ihm, dass ich nicht wüsste, worum es in der Geschichte ginge. Er sagte, er wisse es auch nicht. Also begannen wir an diesem Punkt mit unserer Zusammenarbeit. Ich hatte noch nie mit einem Filmemacher zusammengearbeitet, der so viel Vertrauen in sich selbst hat. Er sagte nur jeden Tag "Mal sehen, was passiert", es gab keine Proben, nichts. Es war verrückt.
Wir wissen, dass du dir sehr gerne Filme anschaust, welchen Film hast du zuletzt gesehen?
“Red Riding Hood“. Das war das letzte Mal, dass ich überhaupt etwas gesehen habe. Ins Kino zu gehen ist nach „Twilight“ unmöglich. Du bist in einem dunklen Raum gefangen und weißt nicht, was passieren wird, und ich werde nervös und denke an alles, mit dem ich zu kämpfen haben werde, wenn es (der Film) vorbei ist. Damals waren 60 Personen außerhalb des Kinos. Bevor ich mir „Inception“ angeschaute fuhr ich zu einem Kino mitten im Nirgendwo und es warteten 20 Paparazzi draußen auf mich. Ich konnte sie den ganzen Tag nicht (mehr) loswerden.Rob lässt niemals ernste Themen, wie seine Unsicherheiten, seinen Sinn für Humor und seinen Wunsch nach Spaß in jeder Lebenslage, beeinflussen. Er spricht offen über alles. Wir haben nun das Bild eines Schauspielers (gewonnen), der sich Antwort um Antwort rebellisch zeigt, unangepasst und gegen die Ideen Hollywoods, die versuchen, ihn zu beeindrucken. Wir schütteln uns die Hand und er verabschiedet sich. Draußen finden wir die größte Überraschung aller Zeiten: Seinen Hund Bear, einen Mischling, den er in Baton Rouge adoptierte. Es sieht so aus, als würde Bear nach seinem Herrn geraten: einfach, süß. Das ist der einzige Grund, der erklärt, warum er uns ansprang und unsere Füßen leckte.
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