Rob spricht mit Jetset (Frankreich) über die WM, „Breaking Dawn“ und Edwards Tugend.
Ich muss zugeben, ich mochte Robert Pattinson nicht. Und heute wünschte
ich, ich hätte mich zurückgehalten. Als „Twilight“ herauskam und wir
10.000 Menschen vor dem Filmtheater von Los Angeles, wo die Premiere
stattfand, campen sahen, war unsere erste Reaktion als Journalist: „Aber
warum gefällt ihnen diese Saga?“
Als Pattinson ein paar Stunden später eintraf, war er so überwältigt,
dass er schnell (wieder) verschwand. Nur ein paar Worte an die Medien.
Daraus schlossen wir, dass dieser Typ überheblich war. Das war ein
großer Fehler. In Wahrheit, ist Pattinson ein wirklich schüchterner
Kerl. Darüber hinaus ist er Engländer, er ist also eine phlegmatisch
schüchterne Person. Und als wir mit ihm anlässlich der „Eclipse“
Veröffentlichung plauderten, wurde mir klar, dass er in dieser Nacht bei
der „Twilight“ Premiere nicht mit einem solchen Phänomen gerechnet
hatte. Robert Pattinson is gerade mal 24 und heutzutage der begehrteste
Junggeselle der Welt. Und vertraut mir, er kann noch immer nicht mit
seinem Ruhm umgehen. Also bleibt er zu Hause, geht abends nie aus und
wenn er nicht den 107 jährigen jungfräulichen Vampir spielt, wählt er
interessante Rollen in interessanten Filmen. Aber bleiben wir heute bei
„Eclipse“, denn er wurde auf der ganzen Welt veröffentlicht, ich hoff
ihr vergebt mir diese einfache Wortwahl. Hier ist das „Interview mit
einem Vampir“
R.M. : Da du ja Engländer bist, hast du sicher die FIFA
Weltmeisterschaft verfolgt. Warum denkst du ist dieses Event so wichtig
in der Welt?
R.P. : Das englische Team ist immer gut, wir haben immer die besten
Spieler und von keinem erwartet man ein besseres Spiel als von uns, aber
jedes Mal reicht das nicht, um zu gewinnen. Ich weiß nicht, wieso
Fußball so wichtig ist und wieso es so viele Menschen für sich gewinnt.
Vielleicht weil es einfach ist, diesen Sport zu verstehen. Je mehr die
Menschen von einem Sport angezogen werden, desto beliebter (ist) wird
er. Deshalb habe ich nie verstanden, warum Fußball in den USA nicht
beliebter ist. Es ist unglaublich, dass ein so riesiges und reiches Land
unfähig ist ein gutes Fußballteam auf die Beine zu stellen. Ich muss
sagen, sie bessern sich und haben mittlerweile ein großartiges
Fußballteam.
R.M. : Du bist gerade mal 24 und stehst im Rampenlicht, ist es schwierig keine Fehler zu machen?
R.P. : Ja, es ist immer frustrierend und die Leute warten immer darauf,
dass ich einige Fehler mache, um sich auf mich zu stürzen. Aber ich mag
es, nicht perfekt zu sein. Wir können nicht immer perfekt aussehen und
so ein Image verkaufen/ aufrecht erhalten. Das ist unmöglich. Ich habe
auf jeden Fall nie versucht so zu tun (als wäre ich perfekt), das wäre
gefährlich. Und ich habe (schon) immer eine Million Fehler gemacht
(lacht...)
R.M. : Und wenn du einen Film machen würdest, der sich als Flop herausstellen würde?
R.P. : Solange ich einen Film aus einem guten Grund mache und nicht des
Geldes wegen, wäre es ok. Wenn ich mich entscheiden einen Film nur wegen
des Geldes zu machen, würde es Probleme geben. Nichts kann gut sein,
wenn man es wegen des Geldes oder des Ruhms macht. Wenn man sich
entscheidet einen Film zu machen, weil man denkt, es ist eine gute
Geschichte, dann macht es mir nichts aus, selbst wenn er scheitert. Ich
war nie hinter dem Geld oder dem Ruhm her. Meine Wünsche sind ziemlich
bescheide , deshalb denke ich, es wäre ok!
R.M. : Dein neuer Film „Bel Ami“ ist eine Adaption von Maupassants
Roman. Du hast auch Salvador Dali gespieltund dann hast du „Twilight“
gedreht. Das ist nicht gerade eine klassische Wahl.
R.P. : Ich habe nie darüber nachgedacht, was ich tun möchte. Und wenn
man nicht berühmt bist, kann man Independent Filme drehen, mehr
künstlerische Filme. Und man muss noch Glück haben, um sie machen zu
können. Und als ich „Twilight“ machte, habe ich diesen Erfolg nicht
erwartet. Erstens weil Catherine Hardwicke Regie führte, die aus der
Independent Kino Industrie kommt. Und weil Kristen gecastet war. Sie
hatte immer nur Independent Filme gemacht. Ich dachte, es würde eine
einfache Liebesgeschichte mit Vampiren werden und das er vielleicht als
ein seltsamer Film in Erinnerung bleiben wird. Offensichtlich wurde es
zu diesem riesigen Phänomen und niemand hat das vorausgesehen. Sobald du
Teil davon bist, musst du auf der Welle des Erfolgs reiten. Ich werde
mich nicht darüber beschweren, Teil eines solch erfolgreichen Films zu
sein!
R.M. : Du hast gesagt, du drehst Filme nicht wegen des Geldes, aber hast
du aufgrund des Erfolges von „Twilight“ an den Verhandlungen
teilgenommen?
R.P. : Auf eine Art tat ich das. Aber es sind mein Manager und mein
Agent, die das verhandeln. Mein einziger Wunsch ist, weiterhin zu
arbeiten. Die anderen Aspekte stören mich. Und ich denke nicht, dass es
um Geld geht, wenn ich einen Film nach dem anderen drehe. Es macht mir
einfach Spaß. Vor „Twilight“ habe ich einen kleinen Film namens „Little
Ashes“ gemacht. Es gab kein Budget und darüber hinaus kein Geld für
mich, aber es ermöglichte mir vier Monate in Barcelona zu leben, nur für
diesen Film. Es war fantastisch. Davon abgesehen, ist mein Leben noch
das gleiche. Ich mache immer noch die selben Dinge. Deshalb gibt es
nicht so viele Unterschiede zwischen damals und heute.
R.M. : Du spielst Gitarre und hattest eine Band. Ist Musik wichtig für dich?
R.P. : Sie ist sehr wichtig und ich denke, Schauspieler zu sein, hat mir
mit meiner Musik geholfen. Früher war ich an Musik nicht interessiert.
Meine Schwester, die Sängerin ist, hat mir diese Welt näher gebracht.
Diese Industrie ist viel schwieriger als die Filmindustrie. Du wirst
nicht wirklich respektiert, wenn du Schauspieler bist. Aber wenn du
einen Film drehst, wirst du am Ende bezahlt. In der Musikindustrie wird
andauernd verlangt, dass du besser wirst. Du arbeitest noch mal an
deiner Musik und wenn sie dann fertig ist, wirst du nicht bezahlt. Der
einzige Grund, aus dem ich angefangen habe, Musik zu machen und versuche
Alben aufzunehmen ist, weil ich ein bisschen berühmt bin, und mir das
vielleicht hilft mit berühmten Künstlern zu spielen. Sobald du als
Schauspieler bekannt bist, öffnen sich (auch) die Türen für die Musik.
Deshalb hoffe ich, ein paar Lieder aufnehmen zu können, aber eben für
mich. Wenn es wegen des Geldes ist, ist es nutzlos. Und ich bin der
Ansicht, wenn du dabei (kein?) Geld verdienst kann dir niemand zuhören,
bis es soweit ist, noch kann jemand über dich urteilen.
R.M. : Was kannst du uns über „Breaking Dawn“ erzählen?
R.P. : Bill Condon wird Regie führen, aber ich habe das Drehbuch noch
nicht gelesen. Es werden zwei verschiedene Filme werden. Ich gebe zu,
ich habe ein bisschen Angst vor dem Ende der Franchise. Es ist ein
Sicherheitsnetz, dass uns erlaubt in diesen Filmen einige Fehler zu
machen, denn wir wissen es gibt immer (noch) einen anderen Teil. Aber
sobald es vorbei ist, ist es vorbei. Ich bin froh, dass wir die Filme
hintereinander drehen. Ich habe immer versucht, einen (anderen) Film
zwischen den „Twilight“ Filmen zu drehen. Bei „Eclipse" musste ich mich
innerhalb einer Woche in Edward hineinfinden, und das war hart. Eine
Woche Vorbereitung, das war nicht einfach und ich war am Anfang
gestresst. Bei den nächsten Teilen kann ich während des Drehs beider
Filme also (nur) Edward sein.
R.M. : Wenn wir gerade von Edward sprechen, er ist ein 107 jähriger jungfräulicher Vampir?
R.P. : (Lacht) Wie alt ist er? Ich glaube er ist 109 oder 110...
R.M. : Und er hatte vorher nie eine sexuelle Beziehung?
R.P. : Ich glaube, er hatte ein Abenteuer mit einem anderen Vampir, in
Alaska, aber es wird nicht erwähnt! (Lacht) Im ersten Buch wird kurz
davon gesprochen, aber ich kann mich nicht genau dran erinnern. Ich
glaube, es wird nicht klar dargelegt. Den Fans gefällt der Gedanke, dass
er immer noch Jungfrau ist!