„Alter“, sagt Kristen Stewart, „es gab daran etwas so Sinnliches.“
Eine Stunde zuvor hatten Stewart, Taylor Lautner und Robert Pattinson – auch bekannt als die Stars der Twilight Saga – ihre Hand- und Fußabdrücke vor dem Graumanns Theater in LA im Zement verewigt. Immer noch schwindlig, die Handflächen noch mit schwachem Grau befleckt, fällt die 21-Jährige gegenüber ihren Co-Stars darüber für einen Moment in einen poetischen Ton, wie es sich anfühlte, als sie direkt nachdem sie ihre Abdrücke für die Nachwelt hinterlassen haben, impulsiv Lautners und Pattinsons Hände fasste. „Der Beton war so zäh, und ich habe nicht mal geschaut, ich habe einfach eure Hände gefunden und es fühlte sich wirklich wie irgendetwas an, “ sagt sie. Die Kerle, zu denen sie spricht, brechen in Lachen aus, weil sie eben Kerle sind. Stewart blitzt sie mit gespieltem Zorn an: „Wisst ihr was? F*** euch dafür beide genau ins Gesicht, dass ihr mich auslacht.“
Pattinson, 25, lächelt und stichelt, wie selbstsicher sie während der Zeremonie war. „Mir ist nicht entgangen, wie routiniert du vorhin warst“, sagt er. „Jedermann sagt, „Kristen Stewart fühlt sich unbehaglich, (aber) heutzutage bist du wie eine ‚Kleine Miss Routine’“
Nicht nur Stewart ist erwachsen geworden, Breaking Dawn – Part 1 (PG-13 - bei uns ab 12 - ab dem 18. Nov. im Kino) ist der vorletzte Teil, der auf der Bestseller-Serie von Stephenie Meyer basiert – und er erforscht erschreckendes Zeug. (ja, ja; Spoileralarm)
Im Film, unter der Regie von Bill Condon („Dreamgirls“ ), werden die Fans ihre keuschen Helden, Bella und Edward, heiraten und endlich Sex haben sehen, welcher zu Bellas lebensbedrohender Schwangerschaft mit einem halb-vampirischen Fötus und einer blutigen Geburtsszene führt, die du sehen musst, um es zu glauben. Jetzt wo die Produktion der beiden Filme (Part 2 wird im November 2012 in die Kinos kommen) unter Dach und Fach ist, hat jeder der Schauspieler offiziell mit seiner Post – Twilight - Karriere begonnen. Lautner, 19, spielte im frühen Herbst die Hauptrolle im fesselnden „Abduction“; Pattinson hat kürzlich „Cosmopolis“ abgedreht; Und Stewart befindet sich gerade in einer kurzen Filmpause des im nächsten Sommer erscheinenden „Snow White and the Huntsman“, neben den Co-Stars Charlize Theron und Chris Hemsworth. Das Trio – erbarmungslos in ihren liebevollen Frotzeleien – spricht bei Kaffee und Gebäck in Los Angeles mit EW.
Was hat Bill Condon als Regisseur in die Francise eingebracht?
Kristen Stewart: Ich denke, du kannst sein Herz fühlen. Ernsthaft. Es ist so einfach, sich von Zynismus beeinflussen zu lassen und eine Menge von dem sentimentalen Zeug raus zu nehmen. Zeilen wurden herausgeschnitten – ich habe definitiv diese Erfahrung an Twilight - Sets gemacht und sagte, „Oh, aber das war so süß.“ Bill hat das nicht gemacht. Er behielt sie alle drin. Er hat wirklich die ganze verdammte Love Story (hinbekommen). Ich glaube, dass wir das einige Zeit verloren hatten und nun fühlt es sich wieder wirklich real an.
Ihr habt nun den fertigen Film gesehen. Seid ihr über irgendwas enttäuscht, was herausgeschnitten wurde?
Taylor Lautner: Mit Sicherheit die Geburtsszene.
Robert Pattinson: Ja, die Geburtsszene – und die Sexszene
Stewart: Beide. Ich wollte von beiden mehr.
Pattinson: Darüber hinaus haben wir von diesen Szenen Versionen gesehen, die weit mehr sind (als) -
Stewart: Besser!
Ich nehme an die PG-13 Einstufung war ein Aspekt?
Pattinson: Es schränkt gewisse Dinge ein, wie z. B. Kamerawinkel. Und da gab es noch diese Teile in der Geburtsszene, in denen Bella Schmerzen erleidet.
Stewart: Das ist etwas, von dem ich wirklich enttäuscht bin – ich habe mit Bill darüber gesprochen. Es war mitfühlender oder so, wenn ich die Szene mit weniger Energie spielte und es machte es einfacher für ihn, die Geschichte zu erzählen. Aber im Buch schreit Bella, „NEEEEEIIIIN“ (Stewart steht auf und demonstriert es) Und so habe ich es getan – verrückt und „Exorzist“ - mäßig. Ich war eigentlich für diesen seltsamen Mix der Verwandlung in die wildeste Mutter, die du dir vorstellen kannst und zusätzlich noch um mein Leben kämpfend. Ich meine, ich war eine Irre. Eine vollkommen Irre.
Pattinson: Jeder hatte Schiss, bevor wir (die Geburtsszene) machten, weil es so eine große Sache war, aber ich denke wir fühlten alle Drei, dass dies ein großartiger Tag war. Eine Einstellung zu machen, die fünf oder sechs Minuten lang ist und du dich dabei fühlst, als würdest du jeden Takt treffen.
Taylor: Ich mag die Geburtsszene immer noch. (Aber) ich weiß, dass es frustrierend ist, dass einige Dinge nicht enthalten sind.
Stewart: Yeah, ich liebe sie auch immer noch.
Habt ihr etwas vom Liebesszenen– Filmmaterial gesehen, bevor es zensiert wurde?
Pattinson: Es gibt eine Version, die wirklich intensiv ist.
Stewart: Im Buch siehst du den eigentlichen Sex nicht, aber sie reden danach darüber und es ist höllisch intensiv. Es war kein gesamtes Erlebnis, weil es so gestückelt war. Wir haben kleine individuelle Aufnahmen von seinem Gesicht, meinem Gesicht, seinen Händen gemacht. Filmisch gesehen, alle zusammen geschnitten, ist es fantastisch. Ich mag sie wirklich, aber wir haben nicht wirklich diese Szene gedreht.
Pattinson: Und wenn wir es taten, haben sie uns angehalten, damit aufzuhören. (lacht)
Stewart: Genau. Bill fuhr fort: “Hör auf mit dem Stossen!“ (lacht) Ich meine, ich wollte ja nicht wirklich Sex mit ihm am Set, aber….
Pattinson: Warum nicht? (lacht) Du kannst meine Porille sehen – warum macht es die Porille nicht zu einem R? (ab 16) Du siehst die ganze Zeit meine Porille.
Stewart: Nein, tut man nicht. Sie haben es abgedunkelt oder so was…
Lautner: Sie haben es gekürzt. Oder, ich denke sie haben die Rille (raus) gelöscht.
Pattinson: Es war wirklich Kristens Fehler dass es in Richtung R-rated ging. (zu Stewart) Deine raffinierten Bewegungen – niemand hat je solche Bewegungen in einem PG-13-Film gesehen. (lacht) Die Sache bei den Bewertungen ist, dass es an den Geräuschen liegt.
Stewart: Etwa so, dass es nicht okay ist, wenn seine Stoßbewegung mit meinem ‚Ohhhh!’ zusammen trifft.
Pattinson: Wenn eine Sexszene mit R bewertet ist, ist das Erste was du tust, die Geräusche raus zu nehmen und Musik darüber zu legen. Das Gleiche gilt für eine Horrorszene; du nimmst die Schreie raus.
Lautner: Oder in einer Action-Szene, du nimmst den Soundeffekt der auftreffenden Faust raus, wenn du jemanden ins Gesicht schlägst.
Stewart: Ich habe Chris Hemsworth (während des Drehs für „Snow White and the Huntsman“) letzte Woche ins Gesicht geschlagen. Ich habe ihm ein blaues Auge verpasst.
Lautner: Was? Echt? Solltest du das tun?
Stewart: Ich sollte ihn verfehlen.
Hast du vorher jemals jemanden ein blaues Auge geschlagen?
Stewart: Nein! Und ich muss sagen, für alle diejenigen, die jemals in einer Situation wie dieser sein könnten - als Mädchen - wenn du denkst, dass es nichts bringt, so etwas zu tun - es bringt etwas, verdammt noch mal.
Lautner: (lacht) Wow!
Stewart: Jawohl. Er stand über mir, ungefähr wie in einer Art „Jägerpose“ und ich machte nur Bumm. Ich drehte mich um und schlug ihn aus seiner Großaufnahme raus. Und dann fing ich an zu weinen, ich fühlte mich schrecklich.
Lautner: Willst du mich auf den Arm nehmen? Ich weiß, du fühlst dich schrecklich in dem Moment, aber hast du dich danach nicht auch auf eine Art gut gefühlt?
Stewart: Es fühlte sich gut an, auf die Art und Weise, dass ich jetzt weiß, (gestikuliert auf ihre Faust) dass es funktioniert. Ich kann Chris Hemsworth schlagen. Ich kann diesen Mann herumwirbeln. Und ich habe es nicht mal so fest getan, wie ich es gekonnt hätte. (Pattinson und Lautner lachen)
Lautner: Ich habe das Gleiche in „Abduction“ getan.
Stewart: Du hast jemanden geschlagen?
Lautner: Yeah, er ging allerdings zu Boden. (zu Pattinson) Es war genau genommen der Typ, der deinen Vater in „Water for Elephants“ gespielt hat.
Pattinson: Oh mein Gott!
Stewart: Du hast ihn bewusstlos geschlagen?
Lautner: Ja, und er ist riesig. Es war nur für den Bruchteil einer Sekunde. Es war eins dieser „Last-Minute“ Dinge, wenn der Stunt - Typ kommt und sagt, „Taylor, du musst es weiter ausbauen – Ilia (Volok), du musst dein Kinn mehr rausstrecken.“ Gleich in der nächsten Einstellung schlug ich ihm mitten aufs Kinn und er ging zu Boden. Er kam nach rechts weg, aber da war dieses Stück Fleisch, das irgendwie aus seinem Mund kam. Ich hab mich miserabel gefühlt, aber danach dachte ich irgendwie, „Whoa!“
Rob, was ist mir dir, hast du jemals irgend-jemanden in einem Film geschlagen?
Pattinson: Ich glaube, ich habe jemanden in „Remember me“ ins Gesicht geschlagen. Da war diese Stelle (im Film), wo ich jemanden auf dem Boden immer wieder schlagen musste und ich auf eine Art dabei sagte: (flüstert) „Sorry, Sorry.“ Aber er schien es überhaupt nicht zu spüren. (lacht)
Rob, dass letzte Mal als wir uns unterhielten, hast du Edward eine "Pussy" genannt – in dem Teil, wo er Bella einen Eimer zum Erbrechen hinhält, als sie schwanger und krank ist. Ich dachte, du meintest das nur bildlich. Dann habe ich den Film gesehen und du hältst tatsächlich einen Eimer für Bella, als sie krank ist.
Stewart: Und das ist meiner Meinung nach kein "Pussy - Benehmen".
Pattinson: Das war nicht der "Pussy - Teil" davon. Der "Pussy -Teil" davon war dieses andere Zeug. Der "Pussy - Teil" …..
Lautner: Nun sag schon! (lacht)
Stewart: Alter, Schluss damit! Sag nicht noch mal "Pussy - Teil". Dies ist so eine typische Form einer Unterhaltung, genauso wie wir sie am Set haben würden.
Pattinson: (macht sich über sich selbst lustig) „Ich verstehe das nicht, Bill! Was ist das? Ich werde das Set verlassen, wenn du mich dieses "Pussy - Benehmen" machen lässt….“
Stewart: Der Punkt ist, wir machen jetzt Witze. Das alles ist ein Scherz. Aber am Set geht das immer so. (gestikuliert zu Pattinson) Manchmal könnte ich ihn umbringen! (sieht dabei liebevoll zu Pattinson, der gerade ein Stück Gebäck fertig gegessen hat) Du hast im ganzen Gesicht Dreck, du siehst total albern aus.
Fühlt es sich jetzt, wo ihr alle zu verschiedenen Projekten übergegangen seid, an wie an einer neuen Schule?
Stewart: So ist das die ganze Zeit. Das ist es, was man in diesem Geschäft fühlt.
Lautner: Dies ist eine normale Sache. „Twilight“ ist hierbei das Unnormale.
Pattinson: Und außerdem, aufgrund des Twilight – Ruhmes kommst du an einem Set auf jeden Fall bereits mit einer gewissen Bekanntheit an. Die Menschen behandeln dich anders.
Stewart: (seufzt) Ja, das ist eigenartig. Das ist der seltsamste Teil daran, berühmt zu sein, weil du keine ersten Eindrücke mehr vermitteln kannst. Jeder hat bereits einen Eindruck von dir, bevor du ihn triffst.
Pattinson: Dabei fühlst du dich ohnehin schon so, als müsstest du dich selbst verteidigen. Auch musst du dich schnell mit den Leuten bei einem Film anfreunden, besonders mit der Besetzung, und wenn du nicht mit diesen Menschen rausgehen kannst oder in einer realen Art und Weise Kontakte knüpfen kannst….
Stewart: Ist das nachteilig…
Taylor, war das für dich bei „Abduction“ genauso?
Lautner: Ja, es war ähnlich. Man möchte wie ein unbeschriebenes Blatt anfangen.
Würde einer von euch jemals (etwas im) Fernsehen machen?
Pattinson: Würde ich, yeah. Ich habe noch niemals so viel investiert, wie ich es bei „The Wire“ tat. Ich habe noch nie jemanden von „The Wire“ getroffen und ich denke, wenn ich jemals jemanden treffen würde - Michael K. Williams oder David Simon - ich würde buchstäblich heulen. Ich würde jeden Part in „The Wire“ spielen, sollten sie jemals eine andere Serie machen.
Stewart: Ich würde es nicht wollen. Wenn ich eine Filmproduktion beginne – und ich weiß, ich habe diesen Vergleich schon eine Million Mal benutzt – aber es ist dann so, als wäre ich eine geschüttelte Dose Cola. Alles was ich möchte, ist fertig werden, so sehr ich diesen Prozess auch liebe.
Interessiert es dich, zu produzieren oder Regie zu führen?
Stewart: Gerade jetzt, bei „Snow White“, habe ich ein so erfüllendes Erlebnis, wie man es als Schauspieler nur haben kann. Ich bin mit dem Regisseur befreundet (Rupert Sanders), habe ein offenes Ohr bei ihm gefunden und es ist sein Verdienst, dass ich das so empfinde, weil ich gerade meine erste Kostprobe an wirklicher Zusammenarbeit bekomme. Gewöhnlich hebst du deine Hände und sagst: „Das ist nicht mein Ding!“ Und ich liebe schauspielern. Ehrlich, ich liebe es auf den Drehtagsablaufplan zu schauen, auf dem der Name meines Charakters über meinem Namen steht – das ist es wofür ich dort bin. Aber es ist trotzdem total cool auf gleicher Ebene zu sein, eine Meinung abzugeben und ernst genommen zu werden.
Und was möchtest du als nächstes machen?
Stewart: Ich möchte nach Hause gehen. Ich kann es nicht abwarten, mal nicht zu arbeiten und mir einige Hobbys anzueignen. (lacht) Ich möchte herausfinden, was ich mag. Im Moment kann ich diese Frage nicht richtig beantworten, aber ich kann es nicht abwarten, dazu in der Lage zu sein.
Taylor, es hat Berichte gegeben, dass du und Gus Van Sant für einen Film zusammenarbeitet, der auf einem Artikel im "New Yorker" basiert, an dem du die Rechte erworben hast.
Lautner: Es ist noch extrem verfrüht. Ich liebe Gus Van Sant und bin schon immer ein riesiger Fan von ihm gewesen. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Möglichkeit hätte, mit ihm zu arbeiten, also….wir werden sehen.
Und was ist uns erlaubt zu wissen?
Lautner: Dass ich ein riesiger Gus Van Sant Fan bin. (lacht)
Es wird sicherlich ein unerwarteter Schritt nach „Abduction“ sein.
Lautner: Ich wollte noch niemals das gleiche Ding machen. Ich möchte etwas anderes machen. Und was auch immer ich letztendlich demnächst machen werde, danach möchte ich wieder etwas anderes machen.
Ist es hart, wenn eure anderen Filme, wie „Abduction“ oder „Water for Elephants“, an den Kinokassen nicht so viel leisten wie ein Twilight Film?
Stewart: Das kann man niemals vergleichen.
Lautner: Du musst dir einfach selbst sagen, dass dies jenseits (davon) ist. Das musst du dir klarmachen.
Pattinson: Es gibt zwei Arten damit umzugehen…ich meine, es ist unmöglich, dass all deine Filme total erfolgreich sind und jedes einzelne Mal 100 Prozent des Kritikerlobes bekommen.
Lautner: Richtig.
Pattinson: Das ist unmöglich. Wenn du versuchst, einen Film zu verkaufen oder ein Projekt an ein Studio und du dabei für eine Sekunde den Eindruck vermittelst, dass du ein Künstler bist, bist du raus.
Es gibt Schauspieler, die in der Lage zu sein scheinen, beides zu tun. Unabhängige Filme und Filme mit großen Studios.
Pattinson: Aber wie viele Leute gibt es, die das wirklich tun können?
Stewart: Alter! Du glaubst also, dass sie nicht existieren? Es gibt phänomenale Beispiele dafür, die Beides tun, kommerzielle Filme und kleinere. Catherine Keener! Julianne Moore! Es gibt eine Menge.
Pattinson: Sieh dich an, wie du nur darauf wartest, mir zu widersprechen.
Stewart: Das ist nur so, weil dies genau das ist, was ich sein möchte. Und wenn du sagst, dass es nicht existiert, dann ist das bedeutend für mich. Du musst dich nicht für den einen oder anderen Weg entscheiden.
Es gibt definitiv Schauspieler, die beides tun können. Stewart: Richtig.(sie grinst, legt jeweils eine Hand auf Pattinsons und auf Lautners Knie) Kommt schon, Jungs. Lasst uns sehen, ob wir das machen können.Ende